Rezension | Steelheart - Brandon Sanderson

Ein paar Infos


Erschienen: Juni 2014
Verlag: Heyne fliegt
Band in der Reihe: 1

Kurzbeschreibung


Selbst der stärkste Gegner ist verwundbar – du musst nur wissen, wo

Als David sechs ist, zerstört eine gewaltige Explosion die Welt, die er kannte. Einige der Überlebenden erlangen Superkräfte, die sie dazu nutzen, sich die übrigen untertan zu machen. Als David acht ist, muss er miterleben, wie einer dieser Superhelden, ein gewisser Steelheart, seinen Vater ermordet. Von da an kennt David nur ein Ziel: herauszufinden, warum sein Vater sterben musste. Und ihn zu rächen. Er schließt sich einer Untergrundbewegung an, die die Herrschaft der scheinbar unbesiegbaren Superhelden bekämpft. David ahnt, dass sogar der mächtige Steelheart eine Schwachstelle hat. Er muss sie nur entdecken. Doch das bunt zusammengewürfelte Grüppchen der Widerstandskämpfer muss sich erst zusammenraufen. Und nicht jeder billigt Davids Plan, Jagd auf Steelheart zu machen …

Rezension


Steelheart ist eines der wenigen Trendbücher, denen ich von Beginn an sehr kritisch gegenüber stand. Zum Teil liegt das am Cover. Nein, das Cover ist nicht hässlich oder unpassend oder sonst etwas Negatives. Es ist sogar wirklich toll und je länger ich es ansehe, desto mehr mag ich es. Allerdings sieht es in meinen Augen einfach gar nicht nach einem Buch aus, was mir gefallen würde, auch wenn sowohl Titel als auch Cover fantastisch zur Geschichte passen.
Was ich also beim Lesen gelernt habe? Dass dieses Buch für JEDEN etwas ist, obwohl es Science Fiction ist und obwohl die Charaktere etwas älter sind als unsere typischen Jugendbuch-Protas (Ich glaube David, unser jüngster, was 18) und obwohl es sich um einen männlichen Autor handelt. Ich erwähne letzteres deshalb hier, weil ich selbst von dieser Tatsache oft etwas abgeschreckt werde. Das liegt natürlich nicht daran, dass ich ein Männerhassendes Monster bin, sondern daran, dass ich gerne Geschichten lese, in denen die Liebesgeschichte eine tragende Rolle spielt und männliche Autoren tendieren dazu, der Liebesgeschichte weniger Raum einzuräumen als weibliche. Allerdings gibt es dann auch immer mal wieder Bücher, bei denen die Geschichte an sich so genial gestaltet ist, dass es mir absolut schnuppe ist, ob der Hauptcharakter sich überhaupt verliebt. Genau so ein Buch ist Steelheart.
Ich bin zwar kein Comic Fan (wenn ich schon lese, dann RICHTIG), aber ich liebe die Marvel Filme und ihre Superhelden. Steelheart nimmt diese Superhelden und macht sie zu den Gegenspielern. Die Epics sind Menschen, die durch Experimente zu übernatürlichen Kräften gekommen sind ... und diese für ihren eigenen Nutzen einsetzen. Nachdem Davids Vater vom schlimmsten von ihnen ermordet wurde, schwört der kleine David Rache. Denn nur er weiß, dass Steelheart, entgegen des Glauben aller, sehr wohl in der Lage ist zu bluten ...
Die Geschichte ist ein Meisterwerk, was die Konzipierung und den Spannungsbogen angeht. Alles ist super stimmig, man fliegt geradezu durch das Buch, weil man unbedingt wissen muss, wie es weitergeht. Dabei erwarten uns unterwegs jede Menge Wenden, die sicher niemand vorher erwartet hätte. Leider habe ich mich, was die größte Wende angeht, zugespoilert, fand das Ende aber trotzdem super!
Eine Liebesgeschichte gibt es natürlich auch (hattet ihr jetzt schon Angst? :P ) und sie ist von der Idee und von der Ausführung her einfach toll. Ich bin schon sehr gespannt, wie sich das noch im zweiten Band entwickeln wird nach den Ereignissen zum Ende des Buches hier hin.
Am besten haben mir aber neben der tollen Idee mit all ihren Details die Nebencharaktere gefallen. Jeder einzelne der Rebellen ist mir ans Herz gewachsen und ich freue mich schon sehr darauf, im zweiten Band dann noch mehr über sie zu erfahren!
Mein einziger Kritikpunkt ist die Tatsache, dass es einfach IMMER David gewesen ist, der die rettende Idee parat hatte. Gut und schön, der Junge ist clever, aber konnte nicht auch mal einer der anderen Rebellen clever sein? Wäre das wirklich sooo schwer gewesen? Pfft.

Fazit


Schreibstil: 4 Herzen
Charaktere: 4,5 Herzen
Emotionale Tiefe: 4 Herzen
Spannung: 5 Herzen
Humor: 4 Herzen
Originalität: 4 Herzen

Ein actionreicher Roman mit fantasievoller Idee, der den Leser packt und bis zur letzten Seite nicht mehr loslässt. Tolle Charaktere, jede Menge Spannung und Wenden, bei denen einem der Mund offen stehen bleibt: Genau so sollten Geschichten immer sein!

♥♥♥♥

Kommentare:

  1. Tolle Rezi, mir hat das Buch auch echt super gefallen und ich bin schon extrem gespannt darauf wie es weiter geht. :D Ich finde Steelheart wäre auch echt cool als Film, halt so ein bisschen im Stil von den Marvel Filmen, auch wenn die mit den Superkräften hier halt die Bösen sind xD

    glg Nadja

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  2. Hey!
    Schöne Rezi! Kann dir da voll zustimmen! Klasse Buch! ;)
    Nur an einigen Punkten deiner Rezi musste ich etwas lachen. ;) Dass männliche Autoren Bücher schreiben, die nicht von allen gelesen werden können - ich denke, du nimmst hier die Frauen aus -, ist schon etwas sehr verallgemeinernd. Ich werf nur mal den Namen Shakespeare ein. Oder wer's aktueller mag: Nicholas Sparks ;) Abgesehen davon stehen natürlich auch nicht alle weiblichen Leserinnen auf Liebesgeschichten. Meiner Meinung nach muss man da einfach gucken, WAS der Autor so schreibt, statt danach, ob er männlich oder weiblich ist... So eine nach Geschlechtern erfolgte Verallgemeinerung ist schon seehr ungenau ^^
    Genau genommen ist Steelheart auch keine SciFi, sondern wie du später ja selbst sagst ein Superhelden-Buch; ob die Epics durch fortgeschrittene Technologie oder durch irgendwas Fantasy-mäßiges an ihre Kräfte kommen, wird ja auch nie konkretisiert.
    So, genug rumgemosert :D Wie gesagt, ich kann deiner Rezension voll zustimmen ;) Ich stehe auch total auf die Marvel-Filme und die so bekannten Helden jetzt mal als die Bösewichte zu erleben, war echt interessant und eine richtig gelungene Abwandlung. Es ist auch eines der wenigen Bücher, wo ich lange mitgerätselt habe, da man sich ja doch schon fragt, was genau Steelhearts Schwäche ist und es auch bis zum Ende nicht rauskommt - und zumindest mich hats dann auch total überrascht ;)
    Auf den zweiten Band freue ich mich auch schon. Im Frühjahr kommt er ja schon auf englisch raus. Allerdings hoffe ich, dass sich da die Liebesgeschichte nicht in den Vordergrund schiebt - wie du es ja sagst, das Buch kommt auch wunderbar ohne großes Geschnulze aus, und davon gibt es meiner Meinung nach einfach viel zu wenige Bücher! Da lieber mehr von den Rebellen, die fand ich nämlich viel interessanter! ;)
    Viele Grüße,
    David

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    1. Lieber David,

      Natürlich bin ich nicht der Meinung, dass das bei allen Autoren so ist. Deshalb habe ich auch geschrieben "tendieren dazu" ;) Ich persönlich lese das halt lieber, was rein statistisch Tatsache ist. XD
      Sheakespere finde ich im übrigen furchtbar und von Nicolas Sparks werde ich wohl auch niemals was lesen.
      Ausnahmen gibt es natürlich immer, auer eben weil die meisten Bücher, die ich gern gelesen habe von weiblichen Autoren stammen bin ich da immer etwas vorsichtiger.
      Du würdest also sagen, dass es Fantasy ist? Ich würd sagen, es ist Fantasy mit Scifi Setting XD Ich bin bei den Genres aber eh immer so wischiwaschi mäßig, vor allem wenn es um Fantasy in der Zukunft geht.
      Und definitiv! Ich finde in dem Band war der Anteil der Liebesgeschichte genau richtig :)

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    2. Hey!
      Jaaa... naja, das gebe ich schon zu. ^^ Gerade bei so etwas Individuellem wie Geschichten und Büchern vertrete ich allerdings eine andere Meinung: Jeder Autor schreibt auf eigene Art und Weise und sie über einen Kamm zu scheren, find ich immer ungerecht. Aber hey, jeder wie er meint! Und wenn du mit deiner Methode Bücher findest, die dir gefallen, ist das ja okay ;)
      Was mir bei der SciFi Zuordnung nicht klar wäre, ist das "Sci". also die Science ^^ In der Welt von Steelheart ist der springende Punkt ja nicht die Weiterentwicklung von Wissenschaft und Technik. Eine Zombieapokalypse wäre ja (in der Regel) auch weder SciFi noch Dystopie, auch wenn sie in der Zukunft spielt ^^ Also, dass es ein Zukunftssetting ist, ist ja klar. (Contemporary) Fantasy wäre für mich aber passender, oder eben einfach Action... oder Superhelden-Story ^^ Denn spontan wüsste ich auch nicht, wo ich die Marvel-Filme sonst verorten sollte. Aber Genres sind ja sowieso so unbestimmte Gebiete mit fließenden Grenzen, dass es da auch nicht DIE eine wahre Meinung gibt und sich darüber zu streiten eh ziemlich sinnlos ist ;)
      Viele Grüße,
      David

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  3. Huhu Amelie,
    sehr schöne Rezi! Und irgendwie war mir nicht bewusst, dass es sich dabei um eine Reihe handeln wird.
    Ach menno alle schwärmen von diesem Buch und ich habe es immer noch nicht :-( Es bleibt mir wohl nichts anderes übrig als es mir zu Weihnachten zu wünschen. Vielleicht hat der Weihnachtsmann erbarmen mit mir ;-)
    Liebe Grüße
    Sandra

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  4. Hey Amelie,

    schöne Rezension, wie immer eigentlich (ja ich bin hier öfter).
    Ich hab das Buch auch relativ zeitnah am Erscheinungstermin gelesen, und bei vielen Punkten kann ich dir zustimmen, bei einigen weniger. Deswegen der Kommentar.

    Vorab: SPOILERS!



    Also, die Idee, Superhelden zu Bösewichtern zu machen finde ich als Premise ebenso sehr gut. Auch das Setting ist außergewöhnlich gut beschrieben, Sanderson kann Atmosphäre.
    Die Geschichte an sich würde ich aber wirklich nicht als Meisterwerk bezeichnen, da fehlt schon noch ein Quäntchen. Zu gewissen Teilen fand ich die Handlung vorhersehbar, weil immer wieder das gleiche Schema ablief (Mission/Level1->Basis/Planung->Mission/Level2->Basis/Planung->Mission/Level3 etc.). Ich sage mit Absicht Level, weil die Handlung mich eher an ein Videospiel als an ein Buch erinnert hat, denn wie in einem Videospiel werden nach und nach immer stärkere Waffen/Fähigkeiten "freigeschalten" (Rückbeschaffung von Davids Notizen, Tensoren die durch Training kontinuierlich stärker werden) und auch die "Bosskämpfe" werden nach und nach immer fordernder. Ich vermute mal dass Sanderson gerne zockt.
    Das Ende fand ich sehr gut, ich habe Steelhearts eigentliche Schwäche nicht kommen sehen, und wie David die Oberhand gewonnen hat war sehr clever.

    Ein mittleres Problem hatte ich beim Thema Charakterisierung. Du meintest ja dass dir die Nebencharaktere gefallen haben, ich fand den Cast aber sehr stereotypisch (David=Underdog, Prof=Schlauer Anführer mit düsterer Vergangenheit, Megan=Heiße Schnitte).

    Apropos Megan, das war wohl die Schwachstelle im Buch. Nicht wegen dem Charakter an sich, sondern die Rolle die sie eingenommen hat. Es war doch von Anfang an klar dass mit ihr etwas nicht gestimmt hat, und die Sympathie ihrerseits für Steelheart legt doch sofort nahe dass sie für die Bösen arbeitet. Und am schlimmsten war das Verhältnis David-Megan. David macht doch wirklich nichts anderes als Megan alle 5 Sekunden als heißes Teil zu beschreiben, und 90% der Dialoge zwischen den beiden sind oberflächliche scheinbar coole Sprüche. Da haben mir wirklich das Gefühl und die intimen Momente gefehlt.

    Alles in allem hoffe ich, dass Sanderson in den Fortsetzungen das Storytelling und den Aufbau des Settings weiterhin so gekonnt vermittelt, in Sachen Charaktere und Smalltalk aber noch mal einen draufsetzt.

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  5. Yay <3 "Steelheart"! Ich freu mich so auf die Fortsetzung im Januar! Für mich war es eines der Jahreshighlights. Echt klasse, ich steh einfach auf durchgehende Action, aber mit Sinn und Pausen dahinter. Schade, dass "Rithmatist" nicht ganz so meins war, wäre toll gewesen gleich zwei großartige Jugendbuchreihen vom Autor zu verfolgen.

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