Rezension | Auf den ersten Blick verzaubert von Sonja Kaiblinger


My rating: 4 of 5 stars

Sonja Kaiblinger liefert wieder einmal eine wundervolle Geschichte für junge Mädchen voller Herz, Humor und Verstand!

Reihe: Band 1 von 2

WORUM ES GEHT

Ophelia hatte eigentlich gedacht, dass sie als zweitgeborener Zwilling von der Gabe, die ihre Schwester Lora bereits besitzt, verschont bleiben würde, aber dann übernimmt sie in einer besonders peinlichen Situation glatt den bauschigen Bart ihres Sportlehrers. Ab da muss sie das Gestaltwandeln bis zu ihrem 16. Geburtstag dringend unter Kontrolle bringen, sonst wird sie von ihrem mysteriösen Großonkel in die Highlands verschleppt, um dort "überwacht" zu werden. Als wären das nicht schon genug Probleme soll sie sich in ihren Mitschüler Cliff verwandeln. Sie hat jedoch keine Zeit, diesen besser kennenzulernen, um eine vollständige Verwandlung zu bewerkstelligen, weil sie eigentlich mit ihrem Schwarm Adrian für das Theaterstück proben will.

WIE ES WAR

Es ist schon eine Weile her, dass ich die Verliebt in Serie Romane gelesen habe. Seitdem habe ich auch Scary Harry, Kuhfladenwalzer und die Pferderomane der Autorin gelesen und immer wieder schafft sie es, auf sympathische, fluffige Art und Weise eine Geschiche zu erzählen. Genau so hat es sich auch diesmal wieder angefühlt.
Die Idee des Gestaltwandelns ist zwar nicht neu, ich habe sie jedoch auch noch nicht auf diese humorvolle Art und Weise verpackt gesehen (normalerweise kriegen wir sowas ja immer mit Wölfen und Schmachtteenies geliefert). Man fühlt sich selbst zurückversetzt in die frühen Schulzeiten und ich bin mir sicher, dass sich viele junge Mädchen hier in Ophelia wiederfinden werden. Sie ist nicht der Star der Schule, aber auch kein völliger Außenseiter, sie ist klug, witzig, aber eben manchmal auch unsicher. Was ich schön fand, war, dass es mit ihrer Zwillingsschwester Lora weder ein reines Friede-Freude-Eierkuchen-Gehabe noch großartigen Verrat oder Hass zwischen den beiden gab. So ist das bei Geschwistern halt, dass man auch mal sauer aufeinander ist, dem anderen aber eben nicht jeden Erfolg missgönnt. Ich hoffe, das wird im zweiten Band so beibehalten.
Schön fand ich auch, dass in der Geschichte teils traditionelle Geschlechterrollen thematisiert wurden. Wenn der Fußballcoach also schimpft, dass die Jungs alle wie Mädchen gespielt hätten, wird das von der Protagonistin gedanklich problematisiert. Das findet sich selten in solchen Büchern, bietet sich bei dieser Thematik aber natürlich an.
Die Liebesgeschichte hat mir ebenfalls wirklich gut gefallen und wartet mal wieder mit humorvollen Dialogen und Situationen auf, wie wir sie von Sonja Kaiblinger bereits kennen. Wenn man noch nichts von ihr gelesen hat, könnte man ihre Erzählweise mit anderen Autoren wie z.B. Kerstin Gier vergleichen, die auf dieselbe "fluffige" Weise schreibt.

Der einzige Grund, warum das Buch jetzt "nur" 4 Sterne erhalten hat ist der, dass der Detailreichtum der Fantasy Idee mir bei Rosen und Seifenblasen besser ausgearbeitet vorkam und ich die Idee da auch noch ein wenig außergewöhnlicher empfunden habe. Das ändert nichts daran, wie schön die Geschichte trotzdem ist und ich freue mich darauf, auch den zweiten Teil noch zu lesen. 

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